„Das Komplettpaket stimmt einfach“

BBB, Interviews

Oberstdorfer Baugruppe Geiger wirbt mit hauseigenen Models um Nachwuchs - Sebastian Cato im Interview

Es gibt Begegnungen, die irgendwie haften bleiben. So auch vor ein paar Wochen. Es ist wie immer der letzte Dienstag des Monats, als wir uns in Zweier-Teams aufteilten, um unsere frisch aus der Druckerei angelieferte neue Ausgabe unter das Allgäuer Volk zu bringen. In der Kemptener Innenstadt belieferten wir in gewohnter Routine die Geschäfte in der Nähe des Rathauses, als wir von einem jungen Mann auf einer Baustelle angesprochen wurden. Er nahm eines unserer druckfrischen Exemplare entgegen, drehte es um und zeigte auf die Werbung der Oberstdorfer Unternehmensgruppe Geiger auf der Rückseite. Wir erkannten ihn sofort. Es war der Typ, dessen Gesicht man im Juni auf der rückwärtigen Umschlagsseite des LIVE IN-Magazins an vielen Stellen im Allgäu begegnete. 

Die Arbeitgeber-Kampagne des Oberstdorfer Familienunternehmens ist ja quasi allgegenwärtig. Sein Name ist Sebastian Cato und ja, er sieht auch in echt gut aus und was noch viel bemerkenswerter ist: Er ist kein externes Model sondern arbeitet wirklich bei der regionalen Baufirma. Es war die Begeisterung und der Stolz in seinen Augen, der uns dazu veranlasste, ihm auf einer Kemptener Baustelle einen Besuch abzustatten und im Rahmen unserer Rubrik „Bildung, Beruf, Business“ ein paar Fragen zu seiner Person, seinem Arbeitgeber und seinem beruflichen Werdegang zu stellen.

 

Sebastian, wie oft haben dich schon Leute angesprochen, weil sie dich als Gesicht der Geiger-Kampagne erkannt haben? Kam das überhaupt schon vor?

Anfangs war es ziemlich extrem. Ich habe viele Kumpel, die Fußball spielen, unter anderem in Waltenhofen, Oberstdorf oder Sonthofen. Dort hängt das Plakat auch an den Fußballplätzen. Dort wurde ich schon oft wiedererkannt. Nachdem eure letzte Ausgabe rauskam, war ich im McDonald‘s, da hat auch eine Frau die Anzeige auf der Rückseite gesehen und mich verdutzt angeschaut. Also zur Zeit passiert es wieder häufiger. Aber das ist echt witzig.

 

Wie kam es eigentlich dazu? Hast du dich dafür beworben bzw. wurdest du gecastet?

Weder noch. Ich habe einen Anruf bekommen, dass Geiger gerne eine Kampagne starten möchte. Dafür wurden dann drei Gesichter ausgewählt: eins fürs duale Studium, eins für die LKW-Fahrer und mich für die Baubranche. Ich habe sehr gerne zugesagt und wir hatten auch ein echt cooles Fotoshooting 2012 in Ravensburg.

Zu deiner Person, Sebastian: Was machst du in deiner Freizeit?

Früher habe ich aktiv Fußball und Eishockey in Sonthofen gespielt, bevor ich dann in die Allgäu-Liga gewechselt bin. Nach drei Saisons habe ich aber im Hobbybereich aufgehört, denn mittlerweile bin ich 27 Jahre alt, glücklich verheiratet und meine Frau und ich haben zwei Kinder, das nimmt natürlich den Großteil meiner Freizeit ein. Meine Frau habe ich übrigens bei Geiger auf dem Betriebsfest kennengelernt. Sie ist bei uns im Marketing.

Machst du Musik?

Tatsächlich, ja! Vor drei Jahren habe ich mit Freunden eine Band gegründet, wir machen Guggenmusik, eine Form der Blasmusik und sind hauptsächlich an Fasching unterwegs. Wir spielen aber auch moderne Interpretationen wie zum Beispiel „Radioactive“ von Imagine Dragons.

Den Slogan „Mach dich bereit für dein Abenteuer“ kann man seit einiger Zeit auf vielen Werbeträgern im Allgäu lesen. Inwiefern ist es abenteuerlich, bei Geiger zu arbeiten?

Man erlebt jeden Tag neue Herausforderungen, die immer komplett unterschiedlich sind. Wir haben zum Beispiel schon Alpenwege gebaut in enormer Höhe. Wenn es 150 Meter senkrecht neben dir runter geht, das ist schon spannend. 2015 haben wir auch die Skiflugschanze in Oberstdorf gebaut, das war auch ein besonders aufregendes Projekt.

Welchen Beruf übst du bei der Geiger Unternehmensgruppe aus?

Ich habe beim Geiger Straßenbauer gelernt und 2011 meinen Vorarbeiter als jüngster Absolvent seit vielen Jahren gemacht. 2014 habe ich dann noch meinen Polier gemacht und bin damit die Führungskraft auf der Baustelle, der von den Materialien bis zu den LKWs alles koordiniert. Wenn man bedenkt, dass meine Schullaufbahn alles andere als positiv verlaufen ist und ich nach dem Abgang von Gymi und Realschule mit Ach und Krach meinen Quali geschafft habe, läuft es im Berufsleben ziemlich gut bei mir. Aktuell mache ich über ein Fernstudium noch meinen Bautechniker.

Was macht eine Ausbildung bei Geiger empfehlenswert?

Als Azubi bei Geiger hat man einen direkten und sehr guten Draht zu den Ausbildern. Man hat immer eine Ansprechperson, an die man sich mit seinen Problemen wenden kann, egal was los ist. Außerdem wird man enorm und individuell gefördert. Die Azubis dürfen baggern, vermessen und alles ausprobieren, womit sich unser Unternehmen beschäftigt. Das Komplettpaket stimmt einfach.

Viele junge Leute ziehen dennoch ein Studium in direktem Anschluss an die Schule vor. Würden viele junge Menschen nicht von einer bodenständigen Ausbildung profitieren? Was ist deine Meinung?

Ich glaube, es ist nie verkehrt, bereits in jungen Jahren zu lernen, was harte, ehrliche Arbeit bedeutet. Bei Geiger kann man ja auch studieren. Unsere Dual-Studenten wissen einfach, wovon sie reden, weil sie selber schon mal eine Schaufel in der Hand gehabt haben.

Der Job ist sicher ganz schön hart, von Zeit zu Zeit. Was wiegt die Nachteile der körperlichen Anstrengung für dich auf?

Man ist schon mal ganz schön fertig, gerade im Sommer, wenn es über 30 Grad warm ist. Aber man kann mit eigenen Augen sehen, was man geleistet hat. Je nach Größenordnung der Baustelle, feiert man dann auch mal einen Baufortschritt oder die Fertigstellung.

Kannst du uns einen Bauarbeiter-Witz erzählen?

Lieber nicht! (lacht)