Erstes Bild einer Planetengeburt

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Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft veröffentlichen erstes Bild des jungen Himmelskörpers PDS 70b

Exoplaneten: Das sind Planeten, die um eine fremde Sonne kreisen. Bis heute sind uns schon über 3800 solcher Himmelskörper bekannt. Astronomen ist es nun gelungen ein sehr junges Exemplar eines Exoplaneten zu Fotografieren. Eine Gasriese namens PDS 70b.

 

Eine einzigartige Gelegenheit

Trotz vielen Diskussionen unter Forschern über verschiedene Theorien und Modelle zur Entstehung von Planeten, weiß man es nicht genau. Es war bisher kaum Möglich in der Praxis diesen Prozess zu untersuchen oder gar Planeten in diesem Zustand nur nachzuweisen. Nun ist Astronomen vom Heidelberger Max-Planck-Institut in Zusammenarbeit mit der Europäischen Südsternwarte (ESO) genau dies gelungen. Der Himmelskörper zieht offenbar immer noch Materie an, befindet sich in der protoplanetaren Scheibe und ist 22-mal soweit von seinem Mutterstern entfernt, wie unsere Erde von der Sonne. Das sind 22 Astronomische Einheiten (AE). Diese Entdeckung bietet Wissenschaftlern die Gelegenheit, ihre Entstehungsmodelle von Planeten zu testen und mehr über die Entstehungsgeschichte unseres eigenen Sonnensystems zu erfahren.

Der Riesenplanet auf seiner Bahn um das Zentralgestirn

Miriam Keppler, Doktorandin des Max-Planck-Instituts und Autorin des Fachartikels über die Entdeckung, sagt, man habe bewusst ein Stern untersucht, der bereits vermuten ließ, dass sich ein junger Planet in der Nähe befindet. Unter der Leitung ihres Kollegen André Müller wurden Untersuchungen durchgeführt, die ein spektakuläres Bild und viele nützliche Daten ermöglicht haben. So ist z.B. das PDS 70-System 370 Lichtjahre von uns entfernt, das Zentralgestirn 5,4 Millionen Jahre jung und von einer 130 AE breiten Gas- und Staubwolke umgeben, indem sich auch der Exoplanet befindet. Im Vergleich reicht der Kuipergürtel – der äußerste Rand unseres Sonnensystems – nur 50 AE ins Weltall hinaus. Anhand der Spektrallinien konnten die atmosphärischen und physikalischen Eigenschaften bestimmt werden. Die Analyse ergab, dass es sich um einen Gasplaneten handelt mit einer Temperatur von 1000 Grad Celsius und mehreren Jupitermassen. Für die Umrundung seines Muttersterns benötigt er ca. 120 Jahren.

Wer mehr über die Untersuchungen des Planeten und genaueres über die Technik zur Ermittlung der Daten erfahren will, welches auch eine parallele zur Fototechnik beinhaltet, schaut am besten auf die Seite der
Max-Planck-Gesellschaft

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