über 2000 Jahre Migration in 5 Minuten

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Der Kunsthistoriker Maximilian Schich von der Universität Texas und seine Kollegen, schufen bereits 2014 aus ein paar simplen Daten eine faszinierende Animation der globalen Migration der letzten 2600 Jahre. Heute scheint die Studie viel aktueller als noch bei ihrer Veröffentlichung und rückt nun wieder in den Fokus.

Quelle: Science.org

Aus Datenbanken wie Googles „Freebase“, dem „General Artist Lexicon“ und der „Getty Union List of Artist Names“, sammelte das Team die raumzeitlichen Geburts- und Todesinformationen von Menschen der letzten 2600 Jahre. Das heißt, wann und wo ist eine Person geboren und wann und wo ist diese verstorben. Bei diesen Daten handelt es sich verständlicher Weise meist um namhafte Personen, die es verdient oder nicht verdient in die Geschichtsbücher geschafft haben. Je weiter es dabei in der Geschichte zurück ging, umso weniger Namen wurden es und desto größer wurden diese. So findet man da „Solon“, den griechischen Gesetzgeber und Dichter, der 637 v. Chr. in Athen geboren wurde und 557 v. Chr. in Zypern verstarb. Aber auch Jett Travolta (John Travoltas Sohn), welcher 1992 in LA (Kalifornien) das Licht der Welt erblickte und 2009 viel zu früh auf den Bahamas starb. Ganz bestimmt ist auch einer dieser vielen Punkte der Opa des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und zeigt, wie er aus Kallstadt in der Pfalz illegal in die USA immigriert.

 

Der Geburtsort jeder Person erscheint auf einer Weltkarte als blauer Punkt und ihr Tod als roter.

 

Das Ergebnis ist eine Art visualisierte Kulturgeschichte. Sie beginnt im Jahre 600 v. Chr. und endet im Jahr 2012. Unter anderem ist darin gut zu sehen, dass je wichtiger eine Stadt wurde, desto mehr Menschen starben dort auch. Zu erkennen ist auch sehr gut, wie Rom nach und nach von Paris und London als kulturelles Zentrum abgelöst wurde und die kurz darauffolgende Eroberung der neuen Welt.

M. Schichs Team haben sich ihre Daten auch im Zusammenhang mit Sammlungen historischer Schriften von Google Ngram Viewer betrachtet. Ngram zeigt wie oft bestimmte Sätze oder Wörter in der allgemeinen Literatur zu einem bestimmten Zeitpunkt verwendet wurden. Dies gibt Hinweise auf die Themen und Gedanken, die möglicherweise in den Köpfen der Menschen waren.

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