Fairkleiden Allgäu

BBB, Interviews

Steffen Kustermann hat ein Konzept zu Allgäus erstem öko-fairen Pop-up Store entwickelt. Dabei wird im Künstlerhaus Kempten an einem Samstag im Monat zum Thema “nachhaltiger Textilkonsum” informiert und gleichzeitig anständig produzierte Kleidung zum Verkauf angeboten. Von der Boxershorts bis zur Cap, vom Hemd zum Kleid ist alles dabei. Wir haben mit dem 27-Jährigen über die Begriffe „öko-fair“ und „Slow Fashion“ gesprochen. Außerdem hat uns der gebürtige Kemptener erklärt, warum man das Rad nicht neu erfinden muss.

 

 

Wie kam es, dass du dich mit öko-fairer Kleidung beschäftigst?

Als ich für ein Praktikum in Tansania war, fiel mir auf, dass auf lokalen Märkten hauptsächlich Altkleidung aus Europa angeboten wurde. Mir hat das die Augen geöffnet: Unser Konsumverhalten hat weitreichenden Einfluss – nicht nur in den Produktionsländern, sondern eben auch weit über das Lebensende eines Produkts hinaus.

Steffen Kustermann

Was genau ist ökologisch und fair an deiner Kleidung?

Öko-fair bedeutet, dass in der gesamten Produktionskette menschenwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Das reicht von existenzsichernden Löhnen, über Arbeitsschutz bis zum Verbot von Kinderarbeit. Was für uns selbstverständlich klingt, ist längst nicht in Produktionsländern Mode. Daneben wird vom Anbau der Rohstoffe bis zum fertigen Kleidungsstück auf den Einsatz von bedenklichen Chemikalien verzichtet. Es wird Mensch und Natur ein verdientes Maß an Wertschätzung entgegengebracht, ohne an Stil und Qualität zu sparen – im Gegenteil.

 

Inwieweit bist du in die Herstellung involviert?

Gar nicht. Warum nicht auf ein üppiges und vielfältiges Angebot an stilvoller Kleidung zurückgreifen, das einige Hersteller bereits über Jahre erarbeitet haben und dennoch nicht im Allgäu angekommen ist? Das Rad muss nicht ständig neu erfunden werden. Hier gilt es, den Verbraucher zu informieren und Einkaufsalternativen zu bieten.

Immer öfter hört man in letzter Zeit den Begriff Slow Fashion im Bezug auf Nachhaltigkeit. Was bedeutet das?

Im Gegensatz zum Trend der Fast Fashion, bei der etwa 25 Kollektionen im Jahr auf den Markt gebracht werden, bedient die Slow Fashion Mode den Endkunden im Wesentlichen mit zwei Kollektionen: Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter. Das reduziert den Druck in den Produktionsländern, spart Ressourcen und vermeidet nicht zuletzt Berge an Müll von Textilwaren, die sinnlos in der Müllverbrennung landen.

Was erhoffst du dir durch das Vorhaben?

Ich erhoffe mir, dass durch unser Engagement immer mehr Menschen darauf achten, was und wie viel sie kaufen und unter welchen Bedingungen unsere Konsumgüter hergestellt wurden. Wir wollen Nachhaltigkeit zum Statussymbol machen, denn: FairFashion muss Mainstream werden!

 

Wann finden deine Veranstaltungen statt?

Für die erste Veranstaltungsreihe “Allgäu goes FairFashion” fiel bereits am 13. Oktober der Startschuss. Die weiteren Termine sind immer samstags am 17. November, 15. Dezember, 12. Januar, 9. Februar, 16. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Künstlerhaus Kempten (1.OG).

Nächster Termin:

17. November Künstlerhaus/Kempten

Fair Kleiden

 

Mehr Infos auf Facebook / Instagram und unter:

Website: www.fair-kleiden.com

Mail: mitmachen@fair-kleiden.com